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Templates im Detail

Die Standard-Template-Dateien von OpenClaw sind kein Füllmaterial. Sie bilden das Betriebslayout deines Agenten-Workspaces. Wenn du verstehst, welche Datei welchen Job hat, wird Anpassung deutlich einfacher und seltsames Verhalten nimmt meist schnell ab.

Viele Einsteiger behandeln OpenClaw Templates wie Beispieltext, den man später einfach löscht. Das ist die falsche Richtung. Sie sind eher Bauplan, Beschriftung und Sicherheitscheckliste für den ganzen Workspace. Ignorierst du sie, läuft dein Agent zwar oft trotzdem, aber er fühlt sich schnell an wie eine kluge Person in einem chaotisch eingerichteten Büro.

Der offizielle Docs-Hub führt einen eigenen Bereich für Workspace und Templates nicht ohne Grund. Diese Dateien definieren, wie der Agent aufwacht, was er erinnert, wie er spricht und was er regelmäßig prüfen soll.

Was Templates in OpenClaw wirklich sind

Templates sind die Standarddateien, die OpenClaw dir beim Onboarding oder Setup in den Workspace legen kann. Sie sind keine Magie. Es sind sinnvolle Startpunkte für Dateien, die der Agent ohnehin lesen kann.

Stell sie dir wie die Checkliste im Cockpit vor. Ein guter Pilot braucht trotzdem Urteilsvermögen, aber die Checkliste hält die Grundlagen auch unter Druck konsistent. In OpenClaw machen Templates dasselbe für Memory, Verhalten, Identität und wiederkehrende Aufgaben.

  • AGENTS.md setzt Arbeitsregeln, Prioritäten und Memory-Gewohnheiten.
  • SOUL.md prägt Persona, Ton und Grenzen.
  • USER.md sammelt, wer der Mensch ist und wie du ihn ansprichst.
  • IDENTITY.md gibt dem Agenten Namen und stabiles Profil.
  • TOOLS.md speichert lokale Konventionen und Umgebungsnotizen.
  • HEARTBEAT.md enthält periodische Checks, die der Agent ausführen soll.
  • BOOTSTRAP.md ist ein Ritual für den ersten Start und sollte danach verschwinden.

Die Workspace-Dateikarte, die zählt

Der Guide zum Agent-Workspace beschreibt den Workspace als Zuhause des Agenten. Genau dieses Bild hilft, weil jede Template-Datei dort eine Aufgabe hat, statt nur zufällige Doku zu sein.

DateiHauptaufgabeBester Einsatz
AGENTS.mdArbeitsregelnMemory-Policy, Tool-Disziplin, Grenzen, Arbeitsstil
SOUL.mdStimme und PersönlichkeitTon, Direktheit, Werte, emotionale Bandbreite
USER.mdMenschen-KontextName, Zeitzone, Vorlieben, wiederkehrender Kontext
IDENTITY.mdAgenten-IdentitätName, Emoji, Rolle, Charakter, Markenstil
TOOLS.mdLokale NotizenHosts, Pfade, Service-Eigenheiten, Betriebs-Hinweise
HEARTBEAT.mdPeriodische PromptsKleine wiederkehrende Checks, keine riesigen Projektpläne
BOOTSTRAP.mdErststart-RitualNur für die erste Einrichtung, danach löschen

AGENTS.md ist das Rückgrat

Wenn du nur eine Template-Datei wirklich gründlich anpasst, dann AGENTS.md. Diese Datei sagt dem Agenten, wie er handeln soll, sobald Tradeoffs auftauchen. Dort definierst du Dinge wie Datenschutzregeln, wann vor Aktionen gefragt werden muss, wie Memory genutzt wird, ob Gruppen-Chats vorsichtig behandelt werden sollen und was als Erfolg zählt.

Eine schwache AGENTS-Datei erzeugt schwammiges Verhalten. Der Agent klingt fähig, verfehlt aber ständig deine echten Präferenzen. Eine starke AGENTS-Datei fühlt sich eher so an, als hättest du jemanden eingestellt, der die Hausregeln schon kennt.

SOUL.md und IDENTITY.md verhindern generischen Ton

Viele Leute kippen alle Persönlichkeitsanweisungen in AGENTS.md. Das funktioniert irgendwie, wird aber schnell unordentlich. OpenClaw trennt das sauber. SOUL.md beantwortet, wer der Agent ist. IDENTITY.md gibt dieser Antwort einen stabilen Namen, ein Symbol und einen klaren Vibe.

Diese Trennung ist praktisch. So vermischen sich Arbeitsregeln und Stil nicht. Eine Datei sagt: "Geh vorsichtig mit privaten Daten um." Die andere sagt: "Klinge scharf, ruhig und direkt." Wenn beides in einem riesigen Block landet, wird der Workspace bald unlesbar.

USER.md und TOOLS.md sind für den praktischen Kontext da

Diese beiden Dateien sparen dir viele Wiederholungen. USER.md dreht sich um den Menschen. TOOLS.md dreht sich um die Umgebung. Hältst du diese Grenze sauber, kann der Agent natürlicher antworten, ohne operative Details mit persönlichem Kontext zu vermischen.

Gute Einträge für USER.md sind zum Beispiel Zeitzone, bevorzugter Name oder wiederkehrende Arbeitsgewohnheiten. Gute Einträge für TOOLS.md sind Server-Aliase, Deploy-Pfade, bevorzugte TTS-Stimme oder welches public_html-Verzeichnis gefährlich ist.

Schlechte Nutzung sieht anders aus. Persönliche Notizen in TOOLS.md gehen unter. Geheimnisse in USER.md sind noch schlimmer. Die klare Trennung hält beide Dateien nützlich.

HEARTBEAT.md sollte klein bleiben

Das ist eine der leichtesten Stellen zum Überbauen. HEARTBEAT ist für kurze wiederkehrende Checks gedacht, nicht dafür, jede Aufwachphase in einen Roman zu verwandeln. Das offizielle Template ist absichtlich minimal, weil jede zusätzliche Zeile bei jedem Heartbeat erneut Tokens kostet.

Die einfache Regel lautet: Halte die dauerhafte Policy in AGENTS.md und lass HEARTBEAT.md als kleinste Checkliste zurück, die trotzdem echten Nutzen bringt.

BOOTSTRAP.md ist absichtlich temporär

Neue Nutzer lassen BOOTSTRAP.md oft für immer liegen. Genau das verfehlt den Sinn. Bootstrap ist für das Erststart-Ritual da: Identität klären, den Workspace verstehen und den Agenten orientieren. Danach wird die Datei schnell zu veralteter oder sogar widersprüchlicher Anleitung.

Wenn die Einrichtung durch ist, lösch sie. Falls eine Anweisung langfristig wichtig bleibt, verschiebe sie in die richtige dauerhafte Datei.

Ein sauberer Anpassungs-Workflow

  1. Starte mit den Defaults. Schreibe nicht am ersten Tag alles neu.
  2. Schärfe zuerst AGENTS.md. Kläre Policy und Arbeitsstil vor der Feinarbeit am Ton.
  3. Verfeinere danach SOUL.md. Gib dem Agenten Charakter statt Vorlagen-Sprech.
  4. Fülle USER.md und TOOLS.md mit echtem Kontext. Jede Datei bleibt in ihrer Spur.
  5. Halte HEARTBEAT.md kurz. Kleine Checkliste, echter Nutzen.
  6. Lösche BOOTSTRAP.md nach dem Setup. Lass Erststart-Anweisungen den Workspace nicht verfolgen.
workspace/
├── AGENTS.md
├── SOUL.md
├── USER.md
├── IDENTITY.md
├── TOOLS.md
├── HEARTBEAT.md
├── MEMORY.md
└── memory/
    └── 2026-05-16.md

Achte darauf, was hier fehlt: zufällige doppelte Instruktionsdateien mit überschneidender Autorität. Genau das ist der eigentliche Gegner. Sobald drei Dateien gleichzeitig Ton, Dringlichkeit und Freigaben definieren wollen, klingt dein Agent bald so, als hätte ein Komitee ihn geschrieben.

Häufige Fehler

Templates als Ablagehalde benutzen

Wenn jede nützliche Information in AGENTS.md landet, wird die Datei zur Rumpelschublade. Nutze Memory-Dateien für Ereignisse, USER.md für Personen-Kontext und TOOLS.md für Umgebungsnotizen.

Dieselbe Regel in vier Dateien wiederholen

Wiederholung fühlt sich sicher an, erzeugt aber Drift. Du aktualisierst eine Version und vergisst die anderen. Lege die Regel zentral dort ab, wo sie hingehört, und halte Verweise an anderen Stellen kurz.

Bootstrap-Anweisungen ewig liegen lassen

Erststart-Anweisungen altern schlecht. Wenn Bootstrap nach sechs Monaten noch da ist, ist die Chance hoch, dass die Datei dem Agenten über den heutigen Workspace längst Quatsch erzählt.

Templates mit Skills verwechseln

Templates sind immer aktiver Kontext. Skills sind aufgabenspezifische Abläufe. Wenn du schreibst: "Nutze das nur beim Debuggen eines Testfehlers", dann gehört es in einen Skill und nicht in das Haupt-Template-Set des Workspaces.

Wann Templates zum strategischen Vorteil werden

Genau hier ziehen erfahrene OpenClaw-Nutzer davon. Sie behandeln den Workspace nicht mehr als Ablage, sondern als Steueroberfläche. Ein gut strukturiertes Template-Set verkürzt Onboarding, reduziert Wiederholungen und macht Multi-Agenten-Setups deutlich leichter verständlich.

Auf gut Deutsch: bessere Templates bedeuten weniger Babysitting. Darum geht es am Ende.

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Du räumst deine Workspace-Templates auf?

Bring dein AGENTS.md, SOUL.md oder dein Template-Layout in die Community und hol dir eine zweite Meinung, bevor Instruktions-Spaghetti entstehen.

FAQ

Brauche ich jede Template-Datei im Workspace?

Nein. OpenClaw läuft auch weiter, wenn optionale Dateien fehlen. Wichtig ist, dass du verstehst, welche Dateien bei jeder Session Verhalten prägen, welche nur lokale Notizen sind und welche nur beim ersten Start oder für Heartbeats zählen.

Was ist der Unterschied zwischen AGENTS.md und SOUL.md?

AGENTS.md ist operativ. Dort steht, wie der Agent arbeiten soll, was Priorität hat und wie er Tools oder Memory nutzt. SOUL.md ist Persönlichkeit. Diese Datei prägt Ton, Grenzen und wie sich der Agent anhört.

Sollte ich Geheimnisse in Template-Dateien speichern?

Normalerweise nein. Template-Dateien liegen im Workspace, und der Workspace ist privates Gedächtnis, aber kein Tresor. Echte Zugangsdaten gehören in OpenClaw-Konfiguration, Umgebungsvariablen oder einen Passwort-Manager. Im Workspace verweist du besser nur indirekt darauf.

Wann lohnt sich ein eigenes Template-Set pro Projekt?

Sobald ein gemeinsamer Workspace zu viele unterschiedliche Jobs mischt. Wenn dein Marketing-Agent, Coding-Agent und persönlicher Assistent komplett andere Regeln brauchen, ist das ein gutes Signal für getrennte Workspaces oder getrennte Agenten.

Sind Templates dasselbe wie Skills?

Nein. Templates definieren das Zuhause und die Standardregeln des Agenten. Skills lehren Abläufe. Eine gute Faustregel: Wenn etwas immer gelten soll, gehört es in eine Workspace-Datei. Wenn es nur bei einer bestimmten Aufgabe aktiviert werden soll, gehört es in einen Skill.